Auffassung

Die Stadt Antwerpen erinnert an die menschliche Tragödie des Großen Krieges und konzentriert sich dabei auf die Schattenseiten des Krieges und die Notwendigkeit eines dauerhaften Friedens. Um diese bedeutenden Aspekte der europäischen Geschichte einem breiten Publikum und vor allem Kindern und Jugendlichen zugänglich zu machen, beruft sie sich dabei vor allem auf persönliche Zeugnisse und Belege aus dem täglichen Leben.

Das Gedenkprogramm Antwerpen ´14-´18 bezieht die ganze Stadt mit ein. Über 50 Projektpartner arbeiten an einem gelungen Gedenkprogramm in Antwerpen mit und tragen dazu bei, dass die Veranstaltungen breite Teile der Bevölkerung innerhalb und außerhalb der Stadt erreichen und ansprechen.

Das Gedenkprojekt erhält eine internationale Ausstrahlung. Die Zusammenarbeit mit Partnern in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Deutschland sorgt für eine Bereicherung und internationales Interesse an Antwerpen.

Antwerpen ´14-´18 sorgt unter dem Motto „für jeden etwas” dafür, dass ein breites Publikum angesprochen wird. Ein umfangreiches Angebot an pädagogischen, historischen und kulturellen Veranstaltungen bietet interessierten Besuchern die Möglichkeit, ihr Wissen mit Hintergrundinformationen zu vertiefen.

Das Gedenkprogramm wird von der Wechselwirkung zwischen Gegenwart und Vergangenheit bestimmt. Drei Projektsäulen (ein historisch-chronologischer Teil, ein der Flüchtlingsproblematik gewidmeter Teil und ein Kunstteil) beschäftigen sich nicht nur mit den damaligen Ereignissen, sondern verknüpfen die Vergangenheit auf reflektierende Weise mit der Gegenwart. Antwerpen ist als Avantgarde- und Hafenstadt mit einer großen internationalen Ausstrahlung dazu verpflichtet, dem zeitgenössischen Charakter der Stadt die wohlverdiente Aufmerksamkeit zu schenken. Das Projekt wird das Image der Stadt fördern und Antwerpen als attraktive, moderne und avantgardistische Stadt in den Mittelpunkt des Interesses rücken.

Einige Beispiele:
Ein Highlight des Veranstaltungsprogramms von Antwerpen ´14-´18 bildet die Rekonstruktion einer Pontonbrücke über die Schelde in Höhe von Het Steen am 3., 4. und 5. Oktober 2014. Es handelt sich dabei um die zeitgenössische Rekonstruktion eines bedeutenden historischen Augenblicks: Die Brücke war ein wichtiger Fluchtweg, sowohl für Zivilisten, als auch für Soldaten. Sie soll hier und jetzt dazu einladen, Brücken zu schlagen und gemeinsam am solidarischen Zusammenhalt der Stadt zu arbeiten. Auch im Hinblick auf die Flüchtlingsproblematik ist die Wechselwirkung zwischen Gegenwart und Vergangenheit von großer Bedeutung. Zu Anfang des Ersten Weltkriegs floh ein Fünftel der damaligen belgischen Bevölkerung auf der Suche nach einem besseren Leben ins Ausland. Heute ist Antwerpen selber ein Zufluchtsort für viele Neuankömmlinge. Die frühere Kampagne Help the Belgians ist heute zu Help the Iraqi und Help the Afghani geworden. Das Projekt bietet somit hervorragende Rahmenbedingungen für die Arbeit an einem gemeinsamen Bezugsrahmen für alle Antwerpener, ganz gleich ob sie jung oder alt, hier geboren oder zugezogen sind. Eine gemeinsame Geschichte trägt zur Gemeinschaftsbildung bei.